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Rätsel um Bachs letztes Werk – Die "Kunst der Fuge" kommt nach Eichstätt

Ein in der Musikwelt viel diskutiertes Rätsel hat im Mittelpunkt eines Konzerts in Eichstätt gestanden: Das unvollendete, letzte Werk von Johann Sebastian Bach vor seinem Tod wurde vom Streicher-Fagott-Ensemble „L’Arte della Fuga“ in der Klosterkirche St. Walburg dargeboten. Die „Kunst der Fuge“ wird heutzutage üblicherweise mit Tasteninstrumenten (Orgel, Cembalo, Klavier) oder von einem Streichquartett aufgeführt. „L’Arte della Fuga“ ist das einzige Ensemble weltweit, das die „Kunst der Fuge“ vollständig und absolut partiturgetreu (jeder Stimme ist das ihr adäquate Instrument durchgehend zugeordnet) interpretiert. Mehr zum Konzert

Das Ensemble „L’Arte della Fuga“ spielt den Contrapunctus 11 aus Johann Sebastian Bachs „Kunst der Fuge“ in der Fassung von Hans-Eberhard Dentler. Regie: Francesco Leprino

Die „Kunst der Fuge“ ist ein Zyklus von 13 Contrapuncten, vier beziehungsweise fünf Canons, 2 vierstimmigen Spiegelfugen (sogenannte Beilage 2) und einer Quadrupelfuge, worin der Name B-A-C-H in Notenschrift aufscheint. Bach begann wohl um 1740 mit den Vorarbeiten für sein letztes Werk, welches unvollendet blieb: Bach starb am 28. Juli 1750. Das hinterlassene Werk entstand in den letzten zehn Jahren seines Lebens.

Bis heute gibt die „Kunst der Fuge“ Rätsel auf. So hat Bach zum Beispiel nicht notiert, für welche Instrumente er den Zyklus komponierte. Die Musikwissenschaft ist der Meinung, dass es sich um ein Werk für Orgel, Cembalo oder Klavier handelt. Jedoch zeigt aber gerade die Streichquartettfassung, obwohl sie eine Bearbeitung darstellt und deswegen keine letzte Gültigkeit beanspruchen kann, dass die Streichinstrumente den Tasteninstrumenten bezüglich der Originalpartitur künstlerisch überlegen sind.

Hans-Eberhard Dentler, Gründer des Ensembles „L‘Arte della Fuga“ und ihr Cellist, geht davon aus, dass Bachs letztes Werk den Prinzipien der Philosophie des antiken, griechischen Denkers und Mathematikers Pythagoras folgt. In der Reinschrift der „Kunst der Fuge“ und im Umfeld von Johann Sebastian Bach fand er zahlreiche Argumente für diese Theorie, die er in seinem Buch „Johann Sebastian Bachs ‚Kunst der Fuge‘“ darlegt. Es erschien 2004 im renommierten Musikverlag Schott Music. Die im Rätsel verborgene Idealbesetzung der "Kunst der Fuge" lautet nach Dentler: Violine, Viola, Violoncello, Fagott und Kontrabass. Mehr zur Kunst der Fuge

In St. Walburg spielten Hans-Eberhard Dentler (Violoncello) sowie Carlo Parazzoli (Violine), Raffaele Mallozzi (Viola), Francesco Bossone (Fagott) und Antonio Sciancalepore (Kontrabass). Alle vier italienischen Künstler musizieren mit bekannten Orchestern, Parazzoli etwa wurde 1999 Erster Konzertmeisters der Accademia Nazionale di Santa Cecilia in Rom. Mehr zu den Künstlern

Konzert in St. Walburg

Die Klosterkirche der Abtei St. Walburg in Eichstätt

Dienstag, 19. Juli 2016
Klosterkirche St. Walburg

Johann Sebastian Bach
Die Kunst der Fuge BWV 1080
In der Fassung
von Hans-Eberhard Dentler

Ensemble L'Arte Della Fuga
Carlo Parazzoli, Violine
Raffaele Mallozzi, Viola
Hans-Eberhard Dentler, Violoncello
Francesco Bossone, Fagott
Antonio Sciancalepore, Kontrabass

Eine Veranstaltung von:

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